Warum Dankbarkeit?

Warum sollten wir uns unter all den Eigenschaften, die das menschliche Leben bereichern, gerade auf Dankbarkeit konzentrieren?

Hatte Marcus Tullius Cicero Recht, als er sagte:
„Dankbarkeit ist nicht nur die größte aller Tugenden, sondern auch die Mutter aller anderen“?

Bedenken Sie Folgendes:

Dankbarkeit ist etwas Natürliches.
Im Gegensatz zu vielen anderen Tugenden ist Dankbarkeit bereits in uns verankert. Wenn wir ein Geschenk erhalten, einen Zug erwischen, den wir schon verpasst glaubten, oder bemerken, dass jemand eine Tür offenhält, entsteht Dankbarkeit ganz spontan. Auch wenn es Übung erfordert, sie zu vertiefen, sind ihre Wurzeln bereits in unserem Nervensystem vorhanden.

Dankbarkeit lenkt unseren Fokus nach außen.
Wir alle neigen dazu, uns selbst in den Mittelpunkt unserer inneren Welt zu stellen. In milder Form ist diese Selbstbezogenheit universell. Dankbarkeit durchbricht dieses Muster und lenkt die Aufmerksamkeit auf andere und die Welt außerhalb von uns.

Dankbarkeit erweitert unseren Blickwinkel.
Große Momente – wie ein perfekter Hochzeitstag – rufen ganz natürlich Dankbarkeit hervor. Doch durch einfache, bewusste Übung können wir beginnen, die kleinen Geschenke zu erkennen, die sich im Laufe eines jeden Tages zeigen. Die Neuausrichtung unserer Aufmerksamkeit ist unsere Superkraft.

Dankbarkeit wächst durch Achtsamkeit.
Übungen wie gefühlte Meditation helfen uns, langsamer zu werden, innezuhalten und die stille Fülle zu spüren, die bereits da ist. Wenn wir das tun, wird Dankbarkeit weniger gelegentlich und mehr zu einem ständigen Begleiter.

Dankbarkeit vertieft das Leben.
Wenn das Leben uns berührt, sind wir dankbar. Aber das Gegenteil trifft ebenfalls zu: Wenn wir Dankbarkeit pflegen, berührt uns das Leben öfter. Mit der Zeit wird dies zu einer dauerhaften Lebensweise – zu einem Gefühl, in ständiger Wertschätzung zu leben.

Wie Meister Eckhart schrieb:

„Wenn das einzige Gebet, das du jemals sprichst, ‚Danke‘ ist, würde das genügen.“